4. Niedersächsisches Forum Kunststofftechnik 2006
Materialeffizienz in der Compoundierung - Chancen für profitableres Handeln!
Am 30. November 2006 präsentierte sich das WIP als Gastgeber für Polymerexperten aus der ganzen Bundesrepublik. Auf dem 4. Niedersächsischen Forum Kunststofftechnik tauschten sie Ihr Wissen zum Thema „Materialeffizienz in der Compoundierung - Chancen für profitableres Handeln!“ aus. Die Teilnehmer wurden über neue Entwicklungen auf den Gebieten der Rohstoffe, Additive, Maschinen und Produktionsabläufe informiert und nutzten die Gelegenheit, mit den Experten zu diskutieren. Als wichtige Handlungsfelder für den Erhalt und die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit wurden Informationstechnologien und Innovationsmanagement ausgemacht. Beim anschießenden „get together“ klang der Tag mit angeregten Gesprächen langsam aus.




Prof. Dr. Gunter Weber, Vorsitzender des WIP und Geschäftsführer der MAWE-Beratung GmbH, begrüßte die Teilnehmer und wies darauf hin, dass wettbewerbsfähige Produkte und Verfahren und ein erfolgreiches Kostenmanagement dringlicher denn je seien. Der in den letzten Jahren durchgeführte Personalabbau habe die Leistungsfähigkeit der Unternehmen auf ein hohes Niveau geführt, dieser Spielraum sei weitgehend ausgeschöpft. Einen Kostenwettbewerb müsse Deutschland auf andere Weise gewinnen. Kreativität, Ideenreichtum und Innovationen mit neuen Produkten, Prozessen und Dienstleistungen seien gefragt. Neue Impulse und Wettbewerbsvorteile könnten durch ressourcen- und energieeffiziente Produktherstellung und Produktionsverfahren gewonnen werden. Materialeffizienz sei das Stichwort. Er machte auf das Förderprogramm der Bundesregierung aufmerksam, mit dem vor allem kleinen und mittleren Unternehmen Unterstützung bei der Verwirklichung von Kostensenkungspotentialen zugesagt wird. Der Förderverein hat als Netzwerkkoordinator mit seinem Projekt WIPMat die Möglichkeit erhalten, die Profitabilität von bevorzugt kleinen und mittleren Unternehmen in der Wertschöpfungskette der Polymer- und Kunststoffindustrie zu verbessern.
Für die ab Februar 2007 beginnende zweite Phase des zu 50 Prozent geförderten Projektes sucht das WIP noch Unternehmen zur Beteiligung. WIPMat soll Impulse geben, durch gesteigerte Materialeffizienz wertschöpfende Kundenpotentiale zu identifizieren und zu monetarisieren.
Dr. Rudolf Pfaendner, Head Research Plastic Additives Segment, Ciba Spezialitätenchemie Lampertheim GmbH, gab Beispiele für Additive mit Zukunft. Die gezielte Erweiterung und Verbesserung der technologischen Eigenschaften polymerer Werkstoffe durch Additive heute und in Zukunft erfordere dabei Kenntnisse der Struktur-Wirkungs-Beziehung. Die verbesserten Gebrauchseigenschaften der Kunststoffe tragen zur Minderung von Material- und Ressourcenverlusten im hohen Maße bei. Synergien verschiedener Stoffe eröffneten neue Potenziale.
Prof. Dr. Wolf-Dieter Griebler, Vorsitzender der Geschäftsführung, Sachtleben GmbH, berichtete was für Unternehmen notwendig ist, um nicht nur die Leistungsentstehung sondern vor allem die Absatzseite unternehmerisch zu beherrschen. Letztendlich gehe es um den Aufbau eines integrierten Beziehungsmanagements zwischen Lieferanten, Kunden und dem Unternehmen sowie punktgenaues Erfüllen der Kundenwünsche. Nur so kann eine konstante, wirtschaftlich tragbare Beziehung gewährleistet werden. Das Produktportfolio müsse fortwährend auf den Markt abgestimmt werden.
Dr.-Ing. Oliver Eitel, Technische Kunststoffe Sales Engineer - Engineering Plastics, Coperion Werner & Pfleiderer GmbH & Co. KG, stellte technische Lösungen beim Compoundieren vor. Kosteneinsparungen könnten zum Teil nur über den Umweg erzielt werden, teurere Materialien für die technische Ausstattung zu verwenden. Dabei erfordere die konkrete Anforderung eines Produktes längst nicht immer die kostspieligste/neueste technische Ausrüstung. Ulf Moritz, Leiter Info-Center, Aarburg Info-Center Redevormwald GmbH & Co. KG, machte insbesondere
auf die geringeren Zykluszeiten aufmerksam, die durch die Umstellung von hydraulischer auf elektrische Maschinen entstehen.
Dr. Matthias Peters, Referent für Umwelt und Technik, Verband der Chemischen Industrie e.V., Landesverband Nord, berichtete über den neuesten Stand zu REACh. Auch die Compoundeure seien in verschiedenen Varianten betroffen. Dr. Peter Orth, Hauptgeschäftsführer, PlasticsEurope Deutschland e.V., gab einen Überblick über die steigenden Rohstoff- und Energiekosten. Er erläuterte, in welchem Ausmaß Nachfrage, Produktion und Preisentwicklung von Polymeren in Deutschland durch die wachsenden Märkte in Asien betroffen sein werden.
Dr. Steffen G. Gremler, Mitglied der Geschäftsleitung, SYCOR GmbH, verdeutlichte die Relevanz von Informationstechnologien als Schlüsseltechnologie einer zunehmend wissensorientierten Wirtschaft am Beispiel der Erschließung neuer Märkte. Anhand einer Expansion nach China zeigte er auf, wie die Systeme mitwachsen müssen. Marc Setzen, Geschäftsführer, PolyOne Th. Bergmann GmbH, schloss die Vortragsrunde mit einem mitreißenden Appell an die Teilnehmer, die Potentiale ihrer Mitarbeiter über ein auf das Unternehmen abgestimmtes Innovationsmanagement stärker zu nutzen. Er forderte gerade die kleinen und mittelständischen Unternehmen auf, Ihr Wissen in Netzwerken zu mehren. Das WIPMat sei eine gute Gelegenheit, beides zu verbinden.
Hier geht es für die Mitglieder zu den Vorträgen.
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