WIP-Infotreffen: REACH - Todesstoß für das Kunststoffrecycling?
Das Wissens- und Innovations-Netzwerk Polymertechnik (WIP) stellte seine Veranstaltung am 8. Mai 2008 unter die freche Frage „REACH – Todesstoß für das Kunststoffrecycling?“.
Die hochkarätigen Referenten brachten interessante Ideen zur Rettung des Recyclings mit. Eine rege Diskussion über eine praxisgerechte Umsetzung entbrannte.
Es waren sich alle einig: REACH darf das Kunststoffrecycling nicht blockieren – so im Übrigen auch die Zielsetzung der Macher der REACH-Verordnung. Aber wie?
Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), Herr Dr. Claus Haas, löste ein Problem für das mechanische Verfahren über die Stoffidentität. Beispiel: Vinylchlorid ist als Monomer registriert. Wird das PVC-Fenster mechanisch zerlegt (gemalen, gewaschen etc.) so ist das zurück gewonnene PVC mit Vinylchlorid identisch, weil es Verunreinigungen von unter 20 Prozent enthält, und muss nicht neu registriert werden.
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Dr. Bruno Stephan, Rechtsanwalt, LLR Legerlotz Laschet Rechtsanwälte, trug gute juristische Gründe dafür vor, warum das Recyclieren kein Herstellen i. S. d REACH-Verordnung sondern ein Behandeln, ein Verwenden ist. Damit würden beim Recycler in der Regel keine Registrierungspflichten entstehen. Er wäre als nachgeschalteter Anwender wie z.B. ein Lackhersteller zu behandeln.
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Interessante Ausführungen über die Polymerdefinition trug Dr. Matthias Peters, VCI Landesverband Nord, bei. REACH versteht unter Polymeren leider nicht, was landläufig darunter verstanden wird.
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Praxisbezogener näherte sich Herr Ulrich Schlotter, tecpol GmbH, dem Thema. Er stellte ein beabsichtigtes Umweltforschungsvorhaben des UBA vor.
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Mit Erfahrungen und Hilfestellungen aus der Praxis konnte Dr. Jens Lühr, Fischer GmbH, die Gemüter wieder besänftigen.
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Der Überblick über die Recyclinglandschaft von Dr. Michael Heyde, DRK Deutsche Gesellschaft für Kunststoff-Recycling mbH, rundete das Programm ab.
In der sehr regen Diskussion zwischen Referenten und Teilnehmern wurden zwei Dinge mehr als deutlich: Zum einen gibt es zur REACH-Verordnung für fast jede gestellt Frage, mindestens zwei unterschiedliche Antworten. Zweitens: Es muss ein Weg gefunden werden, wie der Fluss der Informationen zu den Stoffen von den Stoffherstellern bis zu den Recyclern sichergestellt werden kann. Das WIP wird dieses Thema aufgreifen.



Aus Platzgründen konnten einige Teilnehmer nicht an der Veranstaltung teilnehmen. Deshalb können die Unterlagen zu der Veranstaltung in der WIP-Geschäftsstelle abgefordert werden (80 Euro inklusive Versandkosten).
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